Ausgabe 2/2017

Die Tabakpflanze

Im Jubiläums-Heft widmet sich Stefan Gerkens ausführlich dem Naturprodukt Tabak. Welche Arten es gibt, wie der Anbau von Tabakpflanzen funktioniert und was es mit der Farbe und Stärke auf sich hat, erklärt der Tabakfachmann im Detail.

Tabakpflanze - Arten, Anbau, Farbe, Stärke und mehr
Wie alle Nachtschattengewächse hat auch der Tabak eine fünfblättrige Blüte. Die einjährige Pflanze wächst, je nach Art, bis zu drei Meter hoch. Das in den Wurzeln produzierte Nikotin wird in den Blättern eingelagert. Die Blätter werden immer von unten nach oben geerntet, und das vorwiegend von Hand. Die Tabaksamen, die in Kapseln in den Fruchtständen wachsen, sind die kleinsten, die in der Landwirtschaft Verwendung finden.

TabakpflanzeTabak ist eine subtropische Pflanze, die Wärme braucht und eine geringe Kältetoleranz aufweist. Unter 15 °C wächst sie nur schlecht, bei 0 °C werden die Blätter geschädigt, ab etwa −3 °C sterben die Pflanzen ab. Außer der Wärme braucht der Tabak auch genügend Feuchtigkeit. Kein Wunder also, dass Zigarrentabak hauptsächlich in Brasilien, Ecuador, Kolumbien, Nicaragua, der Dominikanischen Republik, auf Kuba und in Indonesien angebaut wird.

Zwei unterschiedliche Arten des Anbaus entscheiden über die spätere Verwendung. Als „Shade Tobacco“ wächst die Pflanze
unter Stoffbahnen, die bei Bedarf auch entfernt werden können; also geschützt vor zu viel tropischer Sonne. Die Blüte wird bei diesem Anbau nicht entfernt.

Es entwickeln sich gleichmäßig dünne und sehr gut verarbeitbare Blätter, meist sehr hochwertige Deckblätter. Nach diesem Deckblatt wird die Zigarre – zumindest der Herkunft nach – auch benannt: Ist das Deckblatt aus Brasilien, ist die Zigarre eine Brasil, auch dann, wenn Einlage und Umblatt aus anderen Regionen stammen.

Fermentation

Für die natürliche Fermentation werden die vorgetrockneten Tabakblätter übereinandergelegt. Durch Eigendruck und Restfeuchte erwärmen sie sich im Innern auf 40 bis 60 °C. Sobald diese Temperatur erreicht wird, werden die Stapel auseinandergenommen und sofort in neue geschichtet. Dies erfolgt vier bis sieben Mal.

Die Fermentation ist ein Gärprozess, der durch Bakterien und Enzyme ausgelöst wird. Dadurch werden Eiweiß, Ammoniak und andere unerwünschte Stoffe abgebaut, Duft, Würze und Aroma werden freigemacht und der Nikotingehalt wird vermindert. Damit sind aus der Pflanze edle Tabakblätter geworden und die Basis für den aromatischen Genuss ist gelegt.

Farbe und Stärke

Farben der Tabakblätter während der FermentationEine lange Fermentation „raubt“ dem Blatt das letzte Chlorophyll, es wird dunkler. Sie konzentriert und verändert aber auch alle Inhaltsstoffe, wodurch das charakteristische Aromenspektrum zustande kommt. Wie dieses Aromenspektrum ausfällt – ob kräftig/stark oder eher fein/mild –, hat mit der ursprünglichen Farbe des Tabakblattes tatsächlich wenig zu tun. Die dunklen Deckblätter entstehen zwar in der Natur, aber auch die hellen dunkeln während der Fermentation stark nach (natürlich bleibt ein Besuki-Blatt immer noch heller als ein Brasil-Blatt).

Die dunkle Farbe ist ein Anzeichen für deutlich wahrnehmbare ätherische Öle. Weil diese Blätter mehr Öl und Zucker als hellere enthalten können, wirkt ihr Aroma intensiver und süßlicher. Der gesamte Geschmackseindruck wird dichter, er wirkt „schwerer“. Aber eben nicht zwingend stärker!

Zigarren

Mehr über Tabak gibt es in der Jubiläumsausgabe von Alles André zu lesen.

Datum: 04.12.2017  |  Kategorie: Ausgabe 2/2017, Best of

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