Im Gespräch mit Tobias Wald vom Casino Baden-Baden

„Faites vos jeux!“ – Unter diesem Motto haben wir in unserem aktuellen Magazin „spielen!“ einen faszinierenden Blick in das Casino Baden-Baden geworfen. Während das Heft erste spannende Einblicke lieferte, heißt es an dieser Stelle: Hier gibt es das volle Programm. Wir freuen uns, exklusiv auf unserer Website das komplette, ausführliche Gespräch mit Casino-Geschäftsführer Tobias Wald präsentieren zu dürfen.

Tobias Wald Casino Baden-Baden
© Foto: Christiane Haumann-Frietsch / Casino Baden-Baden

 

Herr Wald, wie wird man Chef einer Spielbank? Was hat Sie daran gereizt?

Tobias Wald: Bei mir war das ein facetten- & themenreicher Karriereweg über Finanzwirtschaft, Betriebswirtschaft und Landespolitik. Schon als Landtagsabgeordneter hatte ich viele inhaltliche Berührungspunkte mit dem Unternehmen – etwa bei der Gestaltung und Kontrolle des Glücksspielstaatsvertrags oder beim Thema Spielerschutz. Gereizt hat mich genau dieses besondere Spannungsfeld: Ordnungspolitik, Spielerschutz, Entertainment und die touristische Bedeutung unserer Häuser strategisch weiterzuentwickeln.

Eine Spielbank ist heute eben weit mehr als ein Ort des Spiels – sie ist auch Gastgeberin, Kulturort und wichtige Arbeitgeberin in der Region.

Casino Baden-Baden Salon Pompadour
Casino Baden-Baden Salon Pompadour | © Foto: Torben Beeg

 

Das Casino Baden-Baden ist vermutlich das eleganteste der Republik. Wie und wann entstand diese beeindruckende Pracht?

Wald: Das Casino Baden-Baden gehört zu den traditionsreichsten Spielbanken Europas. Seine Wurzeln reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, seine große Erfolgsgeschichte ist eng mit der Familie Bénazet verbunden. Nachdem in Paris 1838 die Spielbanken geschlossen wurden, erhielt Jacques Bénazet die Konzession für Baden-Baden. Nach dem Umbau des rechten Kurhausflügels durch seinen Sohn Edouard Bénazet im Jahre 1855 wurde das Casino zu einem Treffpunkt der europäischen Gesellschaft und begeistert seither Menschen aus aller Welt.

Seine besondere Pracht verdankt es der Verbindung aus klassizistischem Kurhaus, französisch inspirierter Eleganz, großer Geschichte und der Bereitschaft, sich auch immer wieder ein bisschen neu zu erfinden. Getreu unserem internen Claim „future by tradition“!

Casino Baden-Baden Roter Saal
Casino Baden-Baden Roter Saal | © Foto: Torben Beeg

 

Welche Gäste kommen zu ihnen?

Wald: Kurzum: Wir begrüßen Gäste aus aller Welt – und das macht uns besonders stolz. Unsere Häuser sprechen Menschen an, die die Kombination aus hochwertigem Spielerlebnis, kulturellen Highlights und exzellenter Gastronomie besonders schätzen. Das Casino Baden-Baden ist dabei sicher besonders international geprägt und oft Austragungsort großer Gala-Events, Award-Shows mit viel Blitzlichtgewitter. Zugleich sehen wir insgesamt ein sehr diverses Publikum mit Interesse an Genuss, Unterhaltung und einem besonderen Erlebnis abseits des Mainstreams.

Wir sehen anhand der Statistiken, dass es auch beim Altersdurchschnitt eine gesunde Mischung gibt. Junge Menschen schätzen, auch im Zeitalter von Instagram & Co, den Reiz eines Abends in unvergleichlicher Atmosphäre im Tisch- & Automatenspiel. Letzteres erweitern wir gerade, um auch hier noch mehr Attraktivität zu gewährleisten. Unsere Gäste lieben es, sich für den Anlass einmal glamourös zu kleiden und einen unvergesslichen Abend in unserem Haus zu verbringen.

Gibt es eine Kleiderordnung?

Wald: Gepflegte Kleidung gilt für all unsere Häuser und passt zum hochwertigen Ambiente und einem besonderen Besuchserlebnis. In Baden-Baden halten wir an einer Sakko-Pflicht fest. Allgemein fordern wir unsere Besucher indirekt dazu auf, sich entsprechend der Schönheit unserer Spielbanken angemessen zu kleiden. Ich kann auch behaupten, dass uns das ganz gut gelingt.

Wir kommunizieren auf unseren Kanälen stets selbst ein hochwertiges Bild und einen gehobenen Lifestyle und freuen uns sehr, wenn Gäste dieser Inspiration folgen …

Wald Baden-Baden
© Foto: Christiane Haumann-Frietsch / Casino Baden-Baden

 

Das Konzept des Casinos ist sehr breit angelegt. Wie kam es zu dem großen Angebot mit Kulturveranstaltungen, Partys, Fine Dining?

Wald: Wir definieren den Casino-Besuch heute bewusst als umfassendes Unterhaltungs- und Erlebnisangebot und legen großen Wert darauf, dass das Glückspiel bei uns nicht allein im Mittelpunkt steht. Wir wollen ein Angebot schaffen, das nicht nur legales Spielen ermöglicht in einem gesicherten Rahmen, sondern auch etwas für Besucher zu bieten hat, deren Beweggrund für einen Besuch nicht zwingend beim Spielen liegen muss. Wer also Lust hat auf einen erlebnisreichen und eleganten Abend, der ist bei uns immer richtig. Die Baden- Württembergischen Spielbanken stehen für „worldclass entertainment“ und verbinden hochwertiges Spielerlebnis, kulturelle Highlights und exzellente Gastronomie. Diese Angebotsvielfalt ist ein wesentlicher Teil unserer Positionierung an allen drei Standorten. Verantwortungsvolles Spiel bildet die Grundlage unserer Häuser in Baden-Baden, Konstanz und Stuttgart sowie ein ausgewogenes, interessantes Veranstaltungsprogramm.

Welcher Künstler/Künstlerin hat Sie besonders beeindruckt?

Wald: Das Gästebuch des Casino Baden-Baden liest sich wie eine Ansammlung von international bekannten Namen aus Kultur, Wirtschaft, Politik bis hin zu Königshäusern. Oft sind wir selbst Gastgeber großer medialer Events und freuen uns immer sehr darüber, dass eine Vielzahl an VIPs zu solchen Veranstaltungen zu uns kommt.

Aber wenn Sie einen bestimmten Namen hören wollen, so würde ich Marlene Dietrich benennen. Sie war dem Casino Baden-Baden sehr zugetan, hat es selbst einmal als „das schönste Casino der Welt“ bezeichnet. Sie war auch die Inspiration für die Umsetzung einer eigenen Werbekampagne mit unserem Testimonial Sylvie Meis. Medienstar Sylvie Meis ist für ein aufwändiges Shooting in die Rolle dieser besonderen Frau geschlüpft, welches wir bildgewaltig in den historischen Sälen des Casinos umgesetzt haben. Dabei steht Meis, wie seiner Zeit Marlene Dietrich, nicht nur für Schönheit, sondern auch für Werte wie Glamour, Stilsicherheit und Authentizität.

Casino Baden-Baden Spiel
© Foto: Marvin Kampermann Photography / Casino Baden-Baden

 

Welche Summen kann man bei Ihnen gewinnen oder verlieren? Und: gibt es einen Spielstopp bei dramatischen Verlusten eines Spielers oder der Spielbank?

Wald: Es gibt natürlich immer wieder außergewöhnliche Gewinne – im Casino Baden-Baden wurde zuletzt etwa ein Mega-Jackpot von 110.000 Euro erzielt. Gleichzeitig ist für uns entscheidend, dass verantwortungsvolles Spiel und Spielerschutz im Mittelpunkt stehen. Dafür gibt es klare Präventions- und Schutzmechanismen, ein Sozialkonzept, Schulungen, Informationsangebote und die Möglichkeit der Spielersperre.

Was sind die Kriterien für die staatliche Konzession einer Spielbank?

Wald: Unsere drei Spielbanken sind staatlich konzessioniert und erfüllen damit einen sehr wichtigen, gesetzlichen Auftrag. Dieser ist mit einer besonderen Verantwortung verbunden – insbesondere im Spannungsfeld von Ordnungspolitik, Spielerschutz und Entertainment. Genau darin liegt auch die Besonderheit unseres Unternehmens – wir räumen unserem Auftrag immer mehr Platz ein und investieren im Bereich Spielerschutz in enger Zusammenarbeit mit der Evangelischen Gesellschaft in Stuttgart im Bereich Sozialkonzepte, Beratung und die Bereitstellung eines Hilfsnetzwerkes. Die kontinuierliche Weiterbildung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unterschiedlichen Themenbereichen gewährleisten wir durch unsere hauseigene Spielbanken Akademie. Zudem ist es mir persönlich ein Anliegen, dass wir als staatliches Unternehmen auch für Aufklärung sorgen, wenn es beispielsweise um das Ansehen geht. Hierbei ist es mir wichtig, dass wir nach außen tragen, dass wir vom Gesetzgeber die Aufgabe erhalten haben, einen Ort für legales Glückspiel zu schaffen, der kontrolliert ist und Sicherheit gewährleistet.

Sieht man Sie auch schon mal am Roulette-Tisch?

Wald: Nein – also nicht aktiv spielend. Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – und das schließt mich mit ein – ist es in unseren eigenen Häusern untersagt zu spielen. Sie werden mich aber dennoch ganz nah am Tischtreiben beobachten können, wenn ich als Gastgeber agiere, Gäste begrüße und mich auf meinen täglichen Streifzügen durch die Spielsäle mit den geschätzten Kollegen austausche und nach dem Rechten sehe.

Was spielen Sie in der Freizeit?

Wald: Wann immer es geht, verbringe ich meine Zeit in der Natur und mit meiner Familie. Ich bin Familienmensch und heimatverbunden. Da kann es schon mal passieren, dass zuhause eine Runde Brettspiele gespielt wird …

Datum: 14.05.2026

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