Die Künstlerinnen hinter den TOSCANO-Zigarren

Die Zigarrenrollerinnen verkörpern italienische Handwerkskunst und halten eine Tradition, die schon mehr als zwei Jahrhunderte andauert, am Leben.

Toscano Zigarrenrollerinnen

Die Zigarrenrollerinnen der Fabrik in Lucca

Sie haben gerade die Kontur des Umblatts mit einem kleinen Messer geformt, nachdem sie vorher die Platte mit etwas Stärke befeuchtet haben. Sie nehmen den Tabak, verteilen ihn in der richtigen Menge und kämmen ihn. Die Mengen müssen genau richtig sein, um eine nicht zu volle und gepresste Zigarre mit gutem Zug herzustellen. Ist die Tabakeinlage auf dem Blatt verteilt, beginnen sie zu rollen, wobei der Tabakschneider den letzten Arbeitsschritt markiert. Dies sind die Hände der „Sigaraie“ oder Zigarrenrollerinnen von Lucca, und es dauert fast zwei Jahre, diese Kunst zu erlernen.

Toscano Herstellung Zigarrenrollerinnen

Ihre schnellen und präzisen Bewegungen fangen den italienischen Geist einer qualitativ hochwertigen Handwerkskunst ein. Diese Arbeit wird immer und ausschließlich von Frauen ausgeführt, schon der Tradition wegen aber auch aus einem anderen Grund. Ihre bessere Fingerfertigkeit und größere Geduld sind für Arbeiten wie der Herstellung der TOSCANO® Zigarre von unschätzbarem Wert.

Zigarrenrollerin

Auch heute noch liegt die große Kunstfertigkeit der Zigarrenrollerinnen darin, die richtige Menge an Tabakeinlage zu wählen und alles mit perfektem Geschick aufzurollen. Ist Luft im Blatt eingeschlossen oder zu viel Tabakeinlage vorhanden, „zieht“ die Zigarre nicht.

Vorreiterinnen der Frauenarbeit

Die Zigarrenrollerinnen gehörten zu den ersten Frauen, die rechtlich gleichberechtigt mit den Männern vollständig in die Arbeitswelt eintraten. Die Tabakfabriken verzeichneten den höchsten Zuwachs an weiblichen Arbeitskräften, die mit allen Phasen der Zigarrenherstellung betraut wurden.

Toscano Zigarre drehen

Mitte des 19. Jahrhunderts arbeiteten dort nur etwa 20 Frauen. Diese Zahl begann nach der Vereinigung Italiens im Jahre 1861 zuzunehmen und stieg zu Beginn des letzten Jahrhunderts auf etwa 12.000. Am Vorabend des Ersten Weltkrieges stieg die Zahl erneut auf 16.000, und wurde so die bedeutendste weibliche Arbeiterschaft in der Welt der Fabriken. Dieser Erfolg unterschied sie von anderen Arbeiterinnen.

Nach erbitterten Gewerkschaftskämpfen waren die Zigarrenrollerinnen die ersten Arbeiterinnen, die Kinderbetreuungsstätten am Arbeitsplatz, d.h. in der Fabrik, hatten. Das Leben war nicht gerade einfach und forderte viele Opfer: die Arbeitszeit lag zwischen 7 und 14 Stunden, je nach Jahreszeit und damit je nach der Dauer der Tage. Trotzdem wurde das Handwerk der Zigarrenherstellung mit Bewunderung betrachtet, und es war eine begehrte Tätigkeit, weil es ein sicheres Einkommen und eine gewisse wirtschaftliche Unabhängigkeit ermöglichte.

Sie sind auch berühmt, weil sie einen starken Sinn für weibliche Solidarität entwickelten. Beispielsweise verhalfen sie den weniger erfahrenen Zigarrenrollerinnen, die vorgeschriebene Menge von 1.200 Zigarren pro Tag zu erreichen. Diese Hartnäckigkeit und der Wille, gegen Ungerechtigkeit zu kämpfen, trugen dazu bei, das Bild einer starken, nicht unterwürfigen Frau zu formen, die in der Lage ist, ihr Schicksal mit eigenen Händen zu gestalten.

Toscano Zigarre rollen

Bis auf die Tatsache, dass ein viel nachhaltigeres Arbeitstempo und Arbeitsklima eingeführt wurde, ist das Handwerk der Zigarrenherstellung seit mehr als 200 Jahren fast unverändert geblieben, so sehr, dass es oft von Mutter zu Tochter weitergegeben wird. Nach dem Eintritt in die Fabrik umfasst die Ausbildung 18 Monate in engem Kontakt mit einer Ausbilderin, die den Auszubildenden beibringt, die legendären TOSCANO® Zigarren perfekt herzustellen.

Zigarrenrollerinnen in der Zigarrenfabrik von Toscano

Heute arbeiten in der Fabrik in Lucca rund 40 Zigarrenrollerinnen, die jährlich drei Millionen handwerklich hergestellte Zigarren für den weltweiten Vertrieb produzieren. Die präzisen Koordinationsabläufe regelt die ranghöchste Mitarbeiterin, die jede Zigarre kontrolliert. Die Zigarren, die für die Produktionsspezifikationen für geeignet befunden wurden, werden auf Holzrahmen platziert, um die Herstellung mit der Trocknungs- und Reifungsphase fortzusetzen. Diese Gruppe von Frauen ist die einzige Abteilung in Europa, die Zigarren von Hand herstellt. Wie in der Vergangenheit spielen sie auch heute noch eine wichtige Rolle. Sie sind unersetzlich und ihre von Erinnerungen geprägten Handbewegungen halten eine alte und wertvolle Tradition am Leben.

Toscano ZIgarre (handgedreht)

Eine einzigartige handgedrehte Zigarre

Im Gegensatz zu karibischen Zigarren, die sich aus capa (Deckblatt), capote (Umblatt) und tripa (Tabakeinlage) zusammensetzen, hat die TOSCANO® Zigarre nur ein Blatt und eine Tabakeinlage, was die Herstellung von Hand erheblich erschwert. Darüber hinaus wird keine Form verwendet, wodurch eine echtere, originellere, rustikalere Zigarre mit einer charakteristischen Unregelmäßigkeit, die sie einzigartig macht, entsteht.

Phasen des Handwerks

Toscano Herstellung Phase 1

Erste Phase

Die Finger der Zigarrenrollerin werden in der mit Zellulosekleber gefüllten Schüssel befeuchtet, dann tragen sie den Kleber auf einen Holzklotz auf. Mit der noch mit Leim bedeckten Hand legen sie ein halbes Kentucky-Blatt (das Umblatt) auf den Block und glätten es.

Toscano Herstellung Phase 2

Zweite Phase

Mit dem Ende eines Messers umreißt die Zigarrenrollerin die Form des Zigarrenblattes. Es ist wichtig, dass die Rippung des Blattes parallel zur Rollrichtung verläuft, damit kein Widerstand entsteht, der verhindert, dass sich das Umblatt während des Trocknens öffnet.

Toscano Herstellung Phase 3

Dritte Phase

Die Zigarrenrollerinnen nehmen die Stücke (Filamente) des fermentierten Tabaks aus den Säcken und wiegen sie manuell, um die richtige Menge auszuwählen. Dann kämmen sie diese und ordnen sie so an, dass eine Zigarre mit der richtigen Form und Konsistenz entsteht.

Toscano Herstellung Phase 4

Vierte Phase

Nach dem Formen der Tabakeinlage legt die Zigarrenrollerin diese, fest gehalten, auf das zuvor geformte Umblatt. Sie heben den unteren Rand des Umblattes an und beginnen, das Blatt, das die Tabakeinlage enthalten soll, diagonal und nach oben zu rollen.

Es ist wichtig, beim Rollen nicht zu viel Kraft aufzuwenden, um sicherzustellen, dass die Zigarre weder zu fest noch zu voll ist, damit ein perfekter Zug garantiert werden kann. Die unregelmäßigen und asymmetrischen Enden des Zylinders werden zum Schneiden auf einen Handschneider gelegt.

So entsteht die endgültige Form!

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